Trainingstipps – EdL

Hier finden Sie Tipps zu einzelnen Lektionen und Erklärungen zu den Prinzipien der Ecole de Légèreté.
Die Reihenfolge ist unwillkürlich.

Kontergalopp

Hier sieht man den Kontergalopp am Linkszirkel. In der Schule der Légèreté wird das Pferd dabei im Hals zur Zirkelmitte gebogen. Das hat mehrere Vorteile: es ermöglicht ein gutes Ausgreifen der beiden rechten Beine und begrenzt gleichzeitig das linke Vorderbein. Es erleichtert das Aufrichten im Schultergürtel weil durch den anliegenden linken Zügel das Verschieben der Schultern nach rechts möglich ist. Somit kann ein eventuelles "Ausweichen" der Hinterhand nach rechts korrigiert werden, ohne dafür die Schenkel verwenden zu müssen. Eine gute Qualität im Kontergalopp hilft beim gerade Richten und ist eine Voraussetzung für sichere "Fliegende Galoppwechsel". Die Reiterin sitzt auch im Kontergalopp immer in Bewegungsrichtung des Pferdes, hier also nach links.

Schritt gedehnt

Die Dehnungshaltung bietet dem Pferd die Möglichkeit, die Muskeln die den Hals aufrichten, entspannen zu können. Diese Muskeln liegen oberhalb der Wirbelsäule. Die Dehnungshaltung ist nicht mit einer "Pause" zu verwechseln.

Wir achten nämlich darauf, dass das Pferd eine aktive Vorwärtsbewegung zeigt und die Pferdenase nach vorne unten (nicht nach hinten unten!) zielt. Wie tief man dabei den Kopf absenken lässt, hängt von dem Gebäude und dem Gleichgewicht des jeweiligen Pferdes ab.
Wenn regelmäßig zwischen Bewegungsphasen mit vermehrter Aufrichtung und korrekter Dehnung gewechselt wird, ergibt das gute Effekte für die Muskulatur. Außerdem wird dabei das Gleichgewicht in verschiedenen Situationen gefördert. Wir trainieren die Dehnungshaltung (abhängig vom Ausbildungsstand des Pferdes) in allen drei Gangarten.

Unterkiefer mobilisieren im Schritt

Wenn das Mobilisieren des Unterkiefers im Halt gut auszulösen ist, übt man es im Schritt. Hier sieht man den Moment, wo die "Aufwärts-Einwirkung" der rechten Hand - gemeinsam mit der "Abwärts-Bewegung" der linken Hand den Unterkiefer der Stute in Bewegung bringen.

Mobilisierung Unterkiefer

Eine zentrales Prinzip in der Ecole de Légèreté ist, dass wir keinen Druck auf die Pferdezunge ausüben wollen. Stattdessen wirken wir in Richtung der flexiblen Maulspalten ein. Bei der Mobilisierung des Unterkiefers wollen wir das Pferd zum Nachgeben im Unterkiefer anregen, das sich durch ein Öffnen des Mauls zeigt. Zusätzlich wird dabei der "Schluckreflex" beim Pferd ausgelöst. Beim Abschlucken hebt und senkt sich die Pferdezunge und dabei kann sie das Gebiss im Maul zurecht rücken. Das Mobilisieren dient der Entspannung des Pferdemauls. Pferde mit angespanntem Unterkiefer sind nämlich auch in anderen Regionen (Hals, Schultern) verspannt.
Mit zunehmender Übung gelingt es immer besser, einen "Dialog" mit dem Pferd zu führen: Ein leichtes Anheben der Trense wird mit einem entspannten Nachgeben des Unterkiefers beantwortet. Dieser Vorgang wird zuerst im Halt und dann auch im Schritt immer wieder angewendet. Auch im Sattel dient er als "Test" für die Entspanntheit des Pferdes während den unterschiedlichen Lektionen.
Bei der "Handarbeit" erlernen die SchülerInnen das richtige Handling und Timing (Druck wegnehmen!) zuerst vom Boden aus.

Hals Aufrichten und Biegen

Hier sieht man das Pferd im Schritt, der Hals ist aufgerichtet und seitlich gebogen.
Die Reiterin wirkt mit ihren Händen aufwärts - in Richtung der Maulspalten - ein und bekommt dadurch die gewünschte Position von Kopf und Hals. Bei regelmäßiger Übung entsteht beim Aufrichten auch ein Nachgeben im Unterkiefer des Pferdes, das sich durch leichtes Öffnen das Mauls zeigt.
Anschließend darf das Pferd den Hals wieder nach vorne unten Strecken (Dehnung).

Seitliche Biegung Hals

Dies ist eine wichtige Gymnastikübung aus der Ecole de Légèreté: Seitlich gebogen im Hals - aber im Körper gerade. Das Genick ist der höchste Punkt und der Winkel zwischen Kopf und Hals bleibt geöffnet. Das Pferd lernt dadurch nicht nur den Hals seitwärts zu biegen, sondern gleichzeitig auch die Balance dabei zu bewahren!
Diese Biegeübungen üben wir in jeder Gangart in und gegen die Bewegungsrichtung (Biegung/Konterbiegung). Dabei zeigt sich natürlich, ob der Reiter die Pferdeschultern unter Kontrolle hat!

Gute Dehnungshaltung

Hier sieht man eine gute Dehnungshaltung im Trab während der Aufwärmphase. Das Pferd macht aktive und lange Tritte, der Hals ist leicht aufgewölbt und gedehnt und die Nase zeigt nach vorne!

Zirkel Schulter Herein

Eine gut gymnastizierende Lektion aus den Seitengängen ist "Schulter Herein am Zirkel" im Trab. Deutlich erkennt man, wie die Stute mit dem diagonalen Beinpaar das sich in der Luft befindet (re/hi und li/vo) die erforderlichen Bewegungen zeigt. Das rechte Hinterbein tritt nach außen/links und vorwärts (dabei senkt sich auch die rechte Kruppe) und gleichzeitig macht das linke Vorderbein eine Abspreitzbewegung.
Die Reiterin ist in guter Haltung während sie die Hilfen für diese Übung gibt.

Traversale im Schritt

Die Traversale ist eine Lektion aus den "Seitengängen". Das Pferd ist dabei im Hals in Bewegungsrichtung gebogen (hier nach rechts). Das Genick ist der höchste Punkt des Pferdes und die Nase zeigt nach rechts. Der Reiter sitzt dabei in Bewegungsrichtung - daher auch nach rechts. Die Pferdebeine kreuzen von links über rechts.

Schulter Herein Trab

Hier sieht man gutes Schulterherein im Trab. Das Pferd ist in passend aufgerichteter Haltung und bewegt seine Beine vorwärts und seitwärts. Der Abstellungswinkel kann variieren. Hier ist ein deutliches Überkreuzen von Vorder- und Hinterbeinen zu sehen - so macht diese Lektion Sinn!
In der Gymnastizierung der Ecole de Légèreté wird die korrekte, seitliche Biegung der Halswirbelsäule als Voraussetzung für das Erarbeiten von Seitengängen benötigt. Die gleichmäßige Biegung zu beiden Seiten, in unterschiedlichen Halspositionen in allen 3 Gangarten erfordert nämlich ein beachtliches Maß von Gleichgewicht und Körperkontrolle vom Pferd. Danach wird das Training von Seitengängen einfacher!

Dehnungshaltung Trab

Dasselbe Pferd in guter Dehnungshaltung im Trab! Nur durch den regelmäßigen Wechsel von Lektionen mit Aufrichtung oder Dehnung ergeben sich gute Trainingseffekte auf die gesamte Muskulatur des Pferdes. Zu langes Verharren in einer bestimmten Haltung hingegen, erzeugt Verspannung und Krampf!